Begriff "Hubarbeitsbühne" - Die Definition aus wikipedia.de
15.03.2008
Eine Hubarbeitsbühne (Hubsteiger, Arbeitsbühne) ist ein Gerät mit einer Aufenthaltsbühne, welches über einen hydraulischen oder elektromechanischen Antrieb verfügt. Sie versteht sich als Arbeitsplattform mit einem Ein- u. Ausstieg, meist im Bodenbereich. Die Arbeitsbühnen arbeiten mit unterschiedlicher Mechanik je nach Zielsetzung z. B. über bewegbaren Arm, Scherenkonstruktion oder über senkrechte Masten.
Einsatzgebiete
Eingesetzt werden z. B.:
• Gelenkarmbühnen, um Straßenlampen, Bäume, Oberleitungen oder niedrige Hochspannungsleitungen zu erreichen, an denen meist kurzfristig Arbeiten vorgenommen werden müssen,
• Scherenbühnen oftmals für den Einsatz im Hallenbereich für Montagearbeiten unterhalb von Decken oder
• mastgeführte Kletterbühnen für längerfristige Einsätze wie z. B. Glasfassadenmontage.
Bauformen
Bei den Hubarbeitsbühnen unterscheidet man zwischen verschiedenen Bauformen:
• Scherenbühnen,
• Boomlifte,
• Gelenk-Teleskopbühnen,
• LKW-Bühnen,
• Senkrechtbühnen
Viele Hubarbeitsbühnen sind auf einem LKW-Fahrgestell aufgebaut.
Es gibt LKW-Arbeitsbühnen mit Einsatzhöhen von über 100 m bzw. Reichweiten bis 40 m. Einsatzgebiete für diese Giganten sind Windkraftanlagen, Industrieanlagen wie hohe Kamine, Kühltürme, Tankanlagen und Richtfunkmasten. Auch für Arbeiten in der Gebäudesanierung oder bei Film- und Fernsehaufnahmen, Konzerten oder Sportveranstaltungen sind diese LKW-Bühnen prädestiniert.
Neben diesen "Giganten" werden aber auch für die täglichen Arbeiten von Handwerksunternehmen, Kommunalbetrieben und Energieversorgern vielfach hydraulische LKW-Arbeitsbühnen eingesetzt. Werden bei Kommunalbetrieben beispielsweise zur Wartung von Beleuchtungen häufig Hubarbeitsbühnen mit einer Höhe von 11–20 m benötigt, so sind etwa im Baumschnitt oder bei der Gebäude- und Fassadenreinigung und für Maler- oder Dachdeckerarbeiten Geräte bis 30 m Arbeitshöhe oder mehr im Einsatz.
Für die notwendige Standsicherheit beim Arbeitseinsatz sorgen in den meisten Fällen vier hydraulische Stützen, die je nach Modellvariante einzeln, paarweise oder komplett ausgefahren werden können und am Fahrzeugrahmen montiert sind.
Die Hubarbeitsbühnen können auf die verschiedensten Trägerfahrzeuge aufgebaut werden. Ob es sich um ein 3,5-t-, 7,5-t- oder 18-t-Chassis, einen 2- oder 3-Achser handelt, hängt vornehmlich von der Arbeitshöhe der aufzubauenden Hubarbeitsbühne ab.
Das Auslegersystem
Von entscheidender Bedeutung für Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit der LKW-Arbeitsbühne ist das Auslegersystem, das je nach Modellvariante aus Unterarmteleskopausleger, teleskopierbarem Oberarm und beweglichem Korbarm bestehen kann. Je beweglicher das Auslegersystem der Arbeitsbuehne, desto problemloser können schwer zugängliche Einsatzorte, z. B. in Bäumen, Hallen und an Leitungen, erreicht werden.
Die neueste Entwicklung in dieser Sparte ist ein Teleskop-Auslegersystem mit Rundprofiltechnik in Belastungsrichtung. Die Vorteile: die Arbeitsbühne zeichnet sich durch ein ausgezeichnetes und ruhiges Laufverhalten aus, verfügt enorme Reichweiten und bietet enorme Stabilität bei optimiertem Gewicht durch geringe Stahlblechdicken.
Variabler Turm
Um auch Arbeiten hinter Rohrleitungen oder Dachfirsten problemlos erledigen zu können, sind einige Arbeitsbühnen mit dem "variablen Turm" ausgestattet. Dieser verkürzt die Gesamtlänge, schafft Arbeitshöhe und verhindert das Ausscheren.
Führen Arbeitseinsätze in unwegsames Gelände - wie z. B. auf Baustellen, Friedhöfe oder Parkanlagen, sind robuste und kompakte Arbeitsbühnen auf Raupenfahrgestell (mit langen, breiten Gummiketten für wenig Flächenbelastung) das richtige Arbeitswerkzeug, denn sie passen sich den gegebenen Bodenverhältnissen an.
Arbeitskorb
Im Arbeitskorb der Hubarbeitsbühne befindet sich das Bedienpult. Von hier aus können sämtliche Bewegungen der Arbeitsbuehne gesteuert werden.
Die Arbeitskörbe verfügen je nach Hubarbeitsbühnenmodell über Tragfähigkeiten von 100-500 kg. Man unterscheidet zwischen Kunststoff- und Aluminiumarbeitskörben. Für Arbeiten unter spannungsführenden Elektroleitungen ist eine doppelte Isolation gegen 1.000 Volt vorgeschrieben. Die Erfüllung dieser Vorschrift ist bei den Standardmodellen der Hersteller vielfach Usus.
Im Baustellenbereich werden meist selbstfahrende dieselgetriebene Teleskop- und Gelenkteleskopbühnen eingesetzt, die eine Arbeitshöhe zwischen 12 und 44 m erreichen.
Alternativ wird in solchen Bereichen auch oft mit Scherenarbeitsbühnen gearbeitet. Diese bieten zwar meist eine größere Aufenthaltsfläche, können aber nur senkrecht ausgefahren werden, und erreichen geringe Höhen (6–33 m Arbeitshöhe). Mastgeführte Kletterbühnen wiederum sind bis zu Höhen von 250 m und mehr einsetzbar.
Verwandt mit den Hubarbeitsbühnen sind die Hubrettungsfahrzeuge wie Drehleiter und Teleskopmast. Diese erreichen aber meist größere Höhen, so dass sie besser für Löscharbeiten und die Höhenrettung geeignet sind.
Sicherheit
Bei gewerblich eingesetzten Hubarbeitsbühnen in Deutschland ist eine jährliche Sicherheitsüberprüfung nach U-VV Prüfung (nach Richtlinien der Berufsgenossenschaften) in Verbindung mit den VDE Vorschriften vorgeschrieben. Das tragen von einen Schutzhelm bzw. Warnkleidung bei der gewerblichen Bedienung ist die Voraussetzung zum ordnungsgemäßen betrieb. Siehe hierzu den unten stehenden Beitrag.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Hubarbeitsbühne
Sicherer Umgang mit Hubarbeitsbühnen
Eine Hubarbeitsbühne (Hubsteiger, Arbeitsbühne) ist ein Gerät mit einer Aufenthaltsbühne, welches über einen hydraulischen oder elektromechanischen Antrieb verfügt. Sie versteht sich als Arbeitsplattform mit einem Ein- und Ausstieg, meist im Bodenbereich.
Die Bühnen arbeiten mit unterschiedlicher Mechanik je nach Zielsetzung zum Beispiel über einen bewegbaren Arm/mehrere bewegbare Arme, die Scherenkonstruktion oder über senkrechte Masten. Die gängigsten Arbeitsbühnen in der täglichen Praxis sind Scherenbühnen, mobile Hubarbeitsbühnen und LKW-Hubarbeitsbühnen.
Hubarbeitsbühnen: Wirtschaftlich & Sicher
Der Einsatz von Hubarbeitsbühnen erleichtert die Arbeit in Höhen enorm und kann bei ordnungsgemäßem Einsatz einen hohen Beitrag zur betrieblichen Sicherheit leisten.
Häufig kam es in der Vergangenheit zu Unfällen, weil für Arbeiten in Höhen improvisierte Lösungen genutzt wurden. Diese Unfälle hätten mit dem Einsatz von Hubarbeitsbühnen verhindert werden können. Ist es für einen Betrieb nicht wirtschaftlich, Hubarbeitsbühnen anzuschaffen, können diese auch bedarfsgerecht angemietet werden.
Auch wenn Hubarbeitsbühnen die betriebliche Sicherheit erhöhen können, ist es jedoch wichtig zu erkennen, dass bei fehlerhaftem Einsatz, unqualifiziertem Personal oder ungenügender Vorsicht auch die Hubarbeitsbühne selbst zur Gefahr werden kann!
Mögliche Gefahrenquellen bei Einsatz:
-Falsche Arbeitsbühne für den Einsatz
-Unqualifiziertes Bedienpersonal
-Unzureichende Berücksichtigung der Arbeitsumgebung
-Unzureichende Sichtkontrollen an der Hubarbeitsbühne vor dem Einsatz
-Unzureichende Funktionsprüfungen vor dem Einsatz
-Nicht durchgeführte Prüfungs- und Instandhaltungsarbeiten an der Arbeitsbühne
-Sicherungssysteme vor dem Einsatz werden nicht ordnungsgemäß eingesetzt
-Tragfähigkeit des Bodens und Abstände werden nicht berücksichtigt
-Zuladen von Gewichten während des Einsatzes der Hubarbeitsbühne, etc.
Anforderungen an Bediener von Hubarbeitsbühnen
Die Bediener von Hubarbeitsbühnen müssen mindestens 18 Jahre alt sein, im Umgang mit Hubarbeitsbühnen qualifiziert und in den Besonderheiten der zu steuernden Hubarbeitsbühne eingewiesen sein. Die Eignung des Bedieners muss geprüft und nachgewiesen werden. Die Qualifikation muss über eine jährliche Unterweisung aufgefrischt und die Mitarbeiter im Umgang sensibilisiert werden. Wichtig ist weiter, dass die Bediener vom Unternehmen schriftlich beauftragt werden müssen.
Sicherheit im Umgang: "Vor dem Einsatz von Hubarbeitsbühnen"
-Die richtige Hubarbeitsbühne für den Einsatz auswählen. Untergrund und Umgebung berücksichtigen, notwendige Achsen-Lenkmöglichkeiten gewährleisten.
-Sicherstellen, dass nur qualifiziertes, eingewiesenes und schriftlich beauftragtes Personal eingesetzt wird.
-Durchführung der Sichtkontrolle nach äußeren Beschädigungen, Leckagen, Vorratskontrolle Hydraulik und Batterie, Fabrikschilder und Beschriftungen, Prüfbuch vorhanden und UVV-Prüfung durchgeführt, Warnkennzeichnungen vorhanden.
-Durchführung der Funktionskontrolle der Not-Aus-Schalter, Funktionsfähigkeit der Bedienelemente, Erprobung der Signaleinrichtungen und Bremskontrolle.
-Tragfähigkeit des Bodens berücksichtigen und immer Unterlegplatten einsetzen.
-Abstützungen vollständig ausfahren oder ausziehen.
Dosenlibelle und Nivellierwaagen kontrollieren, Fahr- und Schwenkbereiche
kontrollieren und gegebenenfalls sichern.
Sicherheit im Umgang während des Einsatzes von Hubarbeitsbühnen
-Einsatz der persönlichen Schutzausrüstung: Sicherheitsschuhe, Arbeitskleidung und wenn notwendig Signalkleidung, Absturzsicherung und Schutzhelm.
-Nur die zugelassenen Zugänge verwenden und Arbeitsbühne nur entsprechend den Herstellerangaben einsetzen.
-Zulässige Belastung der Plattform nicht überschreiten.
Besondere Vorsicht ist bei Zuladungen geboten.
-Plattform nicht in Schwingungen versetzten und Gegenstände auf der Plattform gegen Herunterfallen sichern.
Quelle: http://itc-heidenheim.de/media/itc%20arbeitssicherheit%20Thema%20des%20Monats/mai-2008.pdf
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